Anschlussfinanzierung
Läuft die Zinsbindung eines bestehenden Darlehens ab, ist das Darlehen ohne weitere Kündigung fällig. Für den noch ausstehenden Darlehensbetrag benötigen Sie jedoch eine Anschlussfinanzierung, sofern Sie die Restschuld nicht in einer Summe begleichen können.
Viele Kunden, deren Zinsbindung ausläuft, nutzen das Prolongationsangebot ihres Kreditinstituts. Hierbei wird das Darlehen direkt beim derzeitigen Institut verlängert, eine Prüfung des Kredites sowie der Bonität des Kreditnehmers erfolgt in der Regel nicht. Für Sie als Kreditnehmer ist diese Vorgehensweise natürlich bequem, denn Sie brauchen sich um nichts zu kümmern.
Es kann sich jedoch lohnen, die Kreditangebote anderer Banken zu prüfen und zu vergleichen, denn oftmals bieten diese Institute ihre Baufinanzierungen und Anschlussfinanzierungen zu deutlich niedrigeren Zinssätzen. Bei Anschlussfinanzierungen kann sich bereits ein Zinsunterschied von 0,1% pro Jahr bemerkbar machen, in der Gesamtsumme zahlen Sie als Kreditnehmer in diesem Fall einige Hundert Euro zu viel. Kreditvergleiche im Internet, die dort kostenlos möglich sind, bieten einen ersten Überblick über die Konditionen. Sie sollten allerdings bedenken, dass die neue Bank eine vollständige Kreditprüfung vornehmen muss. Hierfür werden nicht selten Bearbeitungsgebühren berechnet, für die Bewertung der Immobilie sind zudem Beleihungswertgebühren einzuplanen. Des Weiteren muss die Grundschuld an die neue Bank übertragen werden, was Notarkosten sowie Kosten des Grundbuchamtes mit sich bringt.
Haben Sie eine Bank mit günstigeren Konditionen für Ihre Anschlussfinanzierung gefunden, müssen sie dieser natürlich alle kreditrelevanten Unterlagen (Einkommensnachweise, Grundbuchauszug etc.) zur Verfügung stellen. Dies ist notwendig, da die Bank Ihre Bonität sowie das Objekt bewerten muss, um eine Aussage über die Kreditvergabe treffen zu können.
Wurde der Kredit genehmigt, wird sich in der Regel die neue Bank um die Ablösung der Kreditschuld sowie um die Umschreibung der Grundschuld kümmern.
